HILFE AUS DER NATUR

Pflanzenkraft bringt frischen Wind in die Wechseljahre

Pflanzliche Präparate (Phytotherapie / Phytopharmaka) sind für Frauen, die keine Hormontherapie wünschen, eine echte Alternative. Gerade bei frauenspezifischen Beschwerden und typischen Erscheinungen der Wechseljahre haben pflanzliche Mittel eine jahrhundertelange Tradition. Heute werden Phytopharmaka nicht nur in der alternativen Medizin, sondern auch in der Schulmedizin eingesetzt. Einer bundesweiten Umfrage zufolge verschreiben etwa 60 Prozent aller Hausärzte pflanzliche Arzneimittel.1

Pflanzliche Arzneimittel sind sehr gut verträglich
Für die Herstellung von Phytopharmaka werden Pflanzen, Pflanzenteile oder deren Zubereitungen / Extrakte verwendet. Sie haben in der Regel wenige oder gar keine Nebenwirkungen und die meisten Menschen vertragen sie sehr gut. Daher sind sie auch für eine Anwendung über einen längeren Zeitraum geeignet.

Heilpflanzen und ihre Wirkung
Verschiedene Heilpflanzen haben sich bei Wechseljahresbeschwerden bewährt. Am besten untersucht ist der Wirkmechanismus des Sibirischen Rhabarbers (Rheum rhaponticum).

Der Sibirische Rhabarber
Der Sibirische Rhabarber ist eine bis zu zwei Meter hohe Staude aus der Familie der Knöterichgewächse und wird bereits seit mehr als 4.000 Jahren im asiatischen Raum als Heilpflanze eingesetzt. Seinen Ursprung hat er in Südsibirien, heute wird er in ganz Europa kultiviert. Der Extrakt aus der Rhabarberwurzel wird zur effektiven Reduktion klimakterischer Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen und Ängstlichkeit eingesetzt. Gerade die lästigen Hitzewallungen bekämpft er sogar so wirksam wie eine niedrig dosierte Hormontherapie.2

Verantwortlich für die Wirkung des Sibirischen Rhabarbers bei Wechseljahresbeschwerden sind die Hydroxystilbene, die aus der Wurzel der Pflanze gewonnen werden. 

 

Obwohl die Stilbene chemisch nicht mit den Östrogenen verwandt sind, haben sie schwache östrogenartige Eigenschaften. Sie erhöhen jedoch nicht den körpereigenen Östrogenspiegel, sondern aktivieren selektiv ausschließlich den sogenannten beta-Östrogen-Rezeptor in den Körperzellen. Das ist wichtig, da die Bindung an den alpha-Östrogen-Rezeptor für das Wachstum östrogenabhängiger Tumore wie Brustkrebs sowie Gebärmutterschleimhautveränderungen verantwortlich gemacht wird.

Insgesamt wurden bisher bei der Therapie mit Sibirischem Rhabarber keine hormontypischen Nebenwirkungen beobachtet. Einer Studie zufolge traten weder Spannungsgefühle in der Brust, noch Veränderungen von Brustgewebe und Gebärmutterschleimhaut oder eine Gewichtszunahme auf.

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1Joos S et al. Evid Based Complement Alternat Med 2011; 2011:495813. doi: 10.1093/ecam/nep019. Epub 2010 Oct 19
2Heger P. Zeitschrift für Phytotherapie 2010; 31: 299–305