BEGLEITERSCHEINUNGEN DER WECHSELJAHRE

Beschwerden vorbeugen

Die Hormonumstellung in den Wechseljahren ist nicht nur durch die typischen Symptome wie Hitzewallungen und Co. gekennzeichnet, sondern birgt auch das Risiko von Begleiterscheinungen wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose.

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OSTEOPOROSE UND WECHSELJAHRE

DEN KNOCHENSTOFFWECHSEL ANKURBELN

Osteoporose (Knochenschwund) ist ein weit verbreitetes Problem von Frauen in den Wechseljahren. Grund ist die abnehmende Östrogenproduktion und die damit einhergehende Veränderung des Knochenstoffwechsels.

Der Knochenstoffwechsel ist ein natürlicher Prozess, der während des gesamten Lebens den Auf- und Abbau von Knochensubstanz regelt. Gesteuert wird er durch verschiedene Hormone, unter anderem Kalzitonin, Östrogene und Testosteron, sowie Vitamin D. Östrogene beispielsweise regen den Knochenaufbau an, während Vitamin D den Einbau von stärkendem Kalzium in die Knochen unterstützt. Ab etwa Mitte 30, wenn die Eierstöcke langsam ihre Tätigkeit einschränken und weniger Östrogen produziert wird, nimmt die Knochenmasse kontinuierlich um etwa 1 Prozent im Jahr ab. Das ist ein natürlicher Alterungsprozess, der durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren verstärkt wird.

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass jede Frau nach den Wechseljahren an Osteoporose erkranken wird, denn Östrogenmangel allein verursacht keinen krankhaften Knochenschwund. Zu den zusätzlichen Risiken gehören:

  • Mangelnde körperliche Aktivität
  • Kalzium- und / oder Vitamin-D-Mangel
  • Rauchen
  • Starker Koffein- und Alkoholkonsum
  • Starkes Untergewicht (Body Mass Index; BMI unter 20)

Neben genetischen Faktoren können außerdem zahlreiche Erkrankungen oder Medikamente den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen.

Es ist daher ratsam, beeinflussbare Risiken zu meiden und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Vollständig heilbar ist Osteoporose nicht, aber das Fortschreiten der Krankheit kann mit verschiedenen Maßnahmen verzögert werden.

Achten Sie etwa auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium. Durch eine entsprechende Ernährung kann der tägliche Bedarf in der Regel gedeckt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Kalziumzufuhr von 1000 mg. Gleichzeitig benötigt der Körper Vitamin D für den Transport von Kalzium in die Knochen. Vitamin D wird über die Nahrung zugeführt und mithilfe von Sonnenlicht (UVB-Licht) in der Haut gebildet – tägliche Bewegung im Freien ist daher unerlässlich. Sollte das nicht möglich sein beziehungsweise der Anteil des Sonnenlichts im Winter nicht ausreichen, sollten Vitamin-D-Präparate in Erwägung gezogen werden. Ernährungsexperten empfehlen eine tägliche Zufuhr von 800 I.E. (Internationale Einheiten; 40 I.E. = 1 µg).

Regelmäßige und geeignete Bewegung stärkt zusätzlich Knochen und Muskulatur. Neben allen andere positiven Effekten auf die Gesundheit wirkt sie nicht nur dem Knochenabbau entgegen, durch adäquate körperliche Betätigung und gezielte Übungen (z. B. Osteoporosegymnastik) kann sogar die Neubildung des Knochengewebes gefördert werden. Gerade, wenn schon Brüche aufgetreten sind, ist es wichtig, die Muskulatur vorsichtig wieder aufzubauen und langfristig zu stärken.

HERZ-KREISLAUF UND WECHSELJAHRE

BELASTENDE FAKTOREN VERMEIDEN, DEN KÖRPER STÄRKEN

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und koronare Herzkrankheit gelten gemeinhin als Männerkrankheiten. Dabei sind Frauen nicht weniger, sondern im Schnitt nur rund zehn Jahre später betroffen. Bis zu den Wechseljahren bietet der hohe Östrogenspiegel Frauen einen natürlichen Schutz. Nimmt die Konzentration des weiblichen Geschlechtshormons ab, geht der Schutzmechanismus verloren, das Risiko für eine Verhärtung der Blutgefäße (Arteriosklerose) und damit verbundenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Östrogene üben eine blutdrucksenkende Wirkung aus und sorgen für einen niedrigen Cholesterinspiegel im Blut. Sinkt der Östrogenspiegel, können sich also Blutdruck sowie Cholesterinspiegel erhöhen. Das begünstigt Kalk- und Fetteinlagerungen in den Blutgefäßen.

Stress, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität können neben einer genetischen Veranlagung die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich begünstigen. Wer also lange belastbar und gesund sein möchte, sollte darauf achten, sein Herz-Kreislauf-System in Schwung zu halten. Das gelingt am besten durch einen gesunden Lebenswandel mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogener Ernährung, die vor allem Omega-3-Fettsäuren enthalten sollte.

ARTHROSE UND WECHSELJAHRE

GELENKSTRUKTUREN UNTERSTÜTZEN

Der fortschreitende, altersbedingte Knorpelabrieb in den Gelenken wird in der Fachsprache Arthrose genannt. Die Folgen für die am häufigsten betroffenen Gelenke: Knie, Hüfte und Schulter sowie Finger und Wirbelsäule sind häufig schmerzhaft und mit einer starken Einschränkung im Alltag verbunden. Abnutzungsbedingt tritt Arthrose häufig in der zweiten Lebenshälfte auf. Allerdings kann die Erkrankung bei Menschen mit einer außergewöhnlich hohen Belastung der Gelenke auch bereits im jungen Erwachsenenalter auftreten. Je früher man gegensteuert und den Gelenken etwas Gutes tut, desto höher sind die Chancen den Verschleiß zu stoppen und die Beweglichkeit zu erhalten.

In den Wechseljahren verstärkt sich die Neigung zu Arthrose, was mit dem nachlassenden Östrogenspiegel zusammenhängt. Die weiblichen Geschlechtshormone sorgen für die Elastizität und Geschmeidigkeit der Gelenkstrukturen, insbesondere der Knorpel.

Gegen ein Fortschreiten der Arthrose kann regelmäßige, moderate Bewegung helfen. Dies regt die Bildung der sogenannten Gelenkschmiere in der Gelenkkapsel an. Die Gelenkschmiere erleichtert die Bewegung und verhindert zerstörerische Reibung der Gelenkknorpel. Darüber hinaus unterstützten auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sowie eine pflanzlich ausgerichtete Ernährung den Knorpel- und Knochenstoffwechsel. Zur Linderung möglicher Beschwerden können spezielle Nahrungsergänzungsmittel beitragen.